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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Interview mit Bundeskanzler Heinrich v. Pierer



Calvert
04.11.2005, 07:41
Interview mit Bundeskanzler Heinrich v. Pierer. Der ehemalige Siemens-Chef
hat in den vier Jahren seiner Kanzlerschaft viel erreicht. STERN sprach mit
dem Bundeskanzler über seine Erfolge und künftigen Pläne.

STERN: Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Kritiker werfen Ihnen vor, sie
seien bei der Sanierung Deutschlands übertrieben brutal vorgegangen.

v. Pierer: Das sehe ich nicht so. Als mich das überparteiliche Bündnis
fragte, ob ich Kanzler werden möchte, um Deutschland vor dem Konkurs zu
retten, habe ich gleich erklärt, dass ich das Land so sanieren werde wie ich
Siemens saniert habe: streng marktwirtschaftlich.
Siemens und Deutschland gleichen sich in gewisser Weise: zwei
Gemischtwarenläden mit sehr unterschiedlichen Komponenten, die einen
leistungsfähig, die anderen weniger. Ich habe nur das gemacht, was ich auch
bei Siemens gemacht habe: unproduktive Unternehmensteile abgestoßen.

STERN: Sie sprechen von den neuen Bundesländern?!

v. Pierer: Nicht von allen. Thüringen und Sachsen haben sich ja als
sanierungsfähig erwiesen, die haben wir behalten. Für Mecklenburg-Vorpommern
konnten wir nichts mehr tun, Totalverlust. Da kam uns das Angebot der
Bush-Administration ganz recht, gegen die Übernahme der Landesschulden und
für den symbolischen Kaufpreis von 1 EURO das Land als Atomtestgelände zu
kaufen.

STERN: Polen hat Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sogar kostenlos
bekommen.

v. Pierer: Richtig. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass sich Polen im
Gegenzug verpflichtete, drei Millionen der ärmsten deutschen Rentner dort
anzusiedeln.
Von 300 EUR Rente kann in Deutschland keiner leben, aber in Polen wegen der
wesentlich geringeren Lebenshaltungskosten. Mit diesem Befreiungsschlag
haben wir die Sozialhilfekosten massiv reduziert und den deutschen Kommunen
wieder auf die Beine geholfen.

STERN: Den Bundeshaushalt haben Sie durch einen Verkauf der deutschen
Schulden an US-Pensionsfonds saniert. Es gab durchaus Kritik daran, dass Sie
als Sicherheit die Alpen, den Schwarzwald, den Kölner Dom, die Rüdesheimer
Drosselgasse sowie Rothenburg o. d. Tauber und das Münchner Oktoberfest
verpfändet haben.

v. Pierer: Verpfändet ist nicht verkauft. Die einheimische Bevölkerung kann
diese Liegenschaften weiterhin ungehindert nutzen.

STERN: Bei den Arbeitslosen sind sie einen neuen Weg gegangen...

v. Pierer: ...den am Anfang auch wieder keiner begriffen hat. Erst hieß es,
es sei widersinnig, die Arbeitslosenzahl durch Entlassungen senken zu
wollen. Aber das macht jeder Manager, der zu viele Leute hat, die zuviel
Geld kosten. Er entlässt sie einfach! Wir haben zwei Millionen Arbeitslose
aus der deutschen Staatsbürgerschaft entlassen und aus Deutschland
ausgewiesen.

STERN: Wohin?

v. Pierer: Unterschiedlich. Nicht wenige sind mit einer "Blond Card" als
Straßenkehrer in Indien untergekommen, Indien: sauber und schön durch
deutsches Reinigungspersonal Andere haben sich als Soldaten in diversen
afrikanischen Bürgerkriegsländern verpflichtet.

STERN: Auch bei der Landesverteidigung konnten Sie massiv sparen.

v. Pierer: Das stimmt. Sie als Privatmann halten sich ja auch keinen
persönlichen Polizisten. Warum sollten wir das als Staat tun?!
Dem Trend zum Outsourcing können sich auch die öffentlichen Einrichtungen
nicht entziehen. Also habe ich die Bundeswehr abgeschafft, die viel zu teuer
ist. Im Bedarfsfall kaufen wir uns Sicherheitsleistungen zum Beispiel von
US-Söldnerfirmen ein, die zudem auch noch das ganze Kriegsgerät vorrätig
halten. So entfallen für uns Lager- und Wartungskosten.
Just-in-time-Sicherheit sozusagen.

STERN: Sogar die Politiker haben Sie zu Gunsten der Staatskasse eingespannt.

v. Pierer: Es war schließlich nicht einzusehen, dass solche hochkarätigen
Entertainer kostenlos bei Vereinsfesten und Einweihungen auftreten.
Seitdem wir Gebühren für die Anwesenheit von Politikern erheben, kommt Geld
in die Staatskasse und die Terminflut für die Politiker nimmt ab, so dass
sie endlich wieder in ihren Büros arbeiten können, statt bei irgendwelchen
Karnickelzüchtern Grußworte zu sprechen. Die Deutschen müssen sich dran
gewöhnen, dass es nichts kostenlos gibt, auch nicht Grußworte von
Politikern. Roberto Blanco singt bei der Einweihung eines Baumarktes ja auch
nicht kostenlos.

STERN: Aber ein Staatssekretär singt doch auch nicht.

v. Pierer: Gegen Aufpreis schon!

STERN: Was sind Ihre nächsten Pläne, Herr Bundeskanzler?

v. Pierer: Wir haben noch zirka 2,5 Millionen Arbeitslose in Deutschland.
Ich beabsichtige, durch weitere Entlassungen endlich Vollbeschäftigung
herzustellen.
Außerdem müssen wir uns noch stärker auf unsere Kernkompetenzen
konzentrieren. Ich habe an den Universitäten unsinnige Studienfächer wie
Sozialpädagogik streichen und deutsche Kernfächer wie
Ingenieurwissenschaften stark ausbauen lassen.

STERN: Durchaus mit Erfolg. Wird Deutschland durch Zukäufe wachsen?

v. Pierer: Das halte ich nicht für ausgeschlossen. Wie Sie sicher wissen,
befinden wir uns seit einigen Wochen in Verhandlungen mit Frankreich, weil
wir das Elsass kaufen wollen. Obwohl wir den Franzosen einen fairen Preis
gemacht haben, sträuben sie sich noch. Aber ich glaube nicht, dass sie
diesen Kurs noch lange durchhalten können.
Schließlich hat es Frankreich im Gegensatz zu Deutschland versäumt, 5 vor 12
mit einem streng marktwirtschaftlichen Kurs das Ruder doch noch
herumzureißen. Das hat dazu geführt, dass Paris von marodierenden Afrikanern
aus den ehemaligen Kolonien zur Hälfte niedergebrannt wurde und in Marseille
jetzt ein islamischer Kalif regiert. Frankreich braucht Geld, es wird uns
das Elsass verkaufen. Ich will nicht verhehlen, dass wir auch Interesse an
der Champagne und dem Bordelais haben.

STERN: Duce Berlusconi, der Führer des weitgehend bankrotten Italiens, soll
Deutschland Südtirol zum Kauf angeboten haben?

v. Pierer: Das stimmt. Südtirol würde durchaus in unser Produkt-Portfolio
passen. Dort gibt es noch eine ausgeprägte Landwirtschaft und Landwirtschaft
gehört zu den deutschen Kernkompetenzen: Der deutsche Bauer erzeugt auf
deutscher Scholle deutsche Lebensmittel. Allerdings mussten die Italiener
zunächst die Altlasten entsorgen.

STERN: Altlasten?

v. Pierer: Na, die in Südtirol lebenden Italiener. Die können wir natürlich
nicht gebrauchen. Die musste der Duce zurücknehmen.

STERN: Es gibt Gerüchte, Großbritannien habe Deutschland eine Fusion
angeboten.

v. Pierer: Dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass
Großbritannien wie wir gut am Markt positioniert ist. Eine Fusion könnte
durchaus die Fantasie der Anleger wecken. Diese musste allerdings auf
gleicher Augenhöhe erfolgen. Eine feindliche Übernahme wird es nicht geben.

STERN: Herr Bundeskanzler, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

v. Pierer: Gern geschehen. Und vergessen Sie nicht, am Ausgang die Gebühren
für das Interview in die Staatskasse einzuzahlen.

Calvert
04.11.2005, 07:48
War frisch in meinem Mailpostfach. Leider kann ich keine Quelle nennen. Sollte sich jemand dadurch, dass ich den Text hier gepostet habe hintergangen fühlen, melde er sich als Copyright - Inhaber bitte bei mir. Ich werde die Quelle dann unverzüglich aufführen.

Jarod Parker
04.11.2005, 08:57
Ich schmeiss mich weg:D

Mark Hanson
04.11.2005, 09:51
echt geil!!

das allerschlimnste: DAS traue ich uns Deutschen ZU, das wir sowas machen!!

oskar
04.11.2005, 14:59
echt geil!!

das allerschlimnste: DAS traue ich uns Deutschen ZU, das wir sowas machen!!

Warum "wir"? Ich treffe in diesem Land keinerlei politische Entscheidung (von Wahlen mal abgesehen). Etwa du?
Das ist genauso undurchdacht wie "Wir haben gegen die Engländer gewonnen!" beim (Beispiel-)Spiel Deutschland gegen England.
Ihr sagt ja auch nicht, "Wir haben vor 66 Jahren die Polen angegriffen". Man muss schon konsequent sein.

Jerrec
04.11.2005, 19:18
Das ist so Krank. Das könnte schon wieder wahr werden...

Enolam
04.11.2005, 19:19
Hm, glücklicherweise wirds nie so weit kommen: Siemens geht ja jetzt schon kräftigst in die Binsen.... ;)

Mark Hanson
04.11.2005, 19:59
@oskar: manmanman

Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist: Ich traue den Deutschen Entscheidungsträgern so ein Denken und vorallem so ein Handeln zu, UND, was aus meiner Sicht noch schlimmer ist, das wir (das Volk, ohne das nicht's geht) uns nicht mal gegen so eine Politik wehren würden.

Prof Dr Lord
04.11.2005, 20:22
Hmm...das ist genauso widersinnig, wie das neue "Passgesetz", ich nenne es jetzt mal so...da könnte man nur hinrennen und denen da oben mal anständig eine mitgeben! Ah ja, das "Passgesetz" besagt, dass jemand, der von den Normen abweicht und beispielsweise eine zu große oder krumme Nase hat, sich dazu bereiterklären muss, dass der Pass keine so wirkliche Gültigkeit besitzt und sollten an irgendeiner Stelle Arbeitsgebüren beim Überqueren der Grenze in ein anderes Land auftreten, so wird der Passinhaber diese voll und ganz übernehmen, es besagt noch was anderes, aber das wird umso genauer man sich das vor Augeschein ruft, umso sinnloser. Sie brauchen mal wieder Geld...einfach nur zum "Hinrennenundaufdie..." ...jaja, die wissen schon, was sie machen, aber das deutsche Volk spielt auch nur bis zu einem bestimmten Punkt mit und dann ist Schluss.

oskar
04.11.2005, 20:55
@oskar: manmanman

Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist: Ich traue den Deutschen Entscheidungsträgern so ein Denken und vorallem so ein Handeln zu, UND, was aus meiner Sicht noch schlimmer ist, das wir (das Volk, ohne das nicht's geht) uns nicht mal gegen so eine Politik wehren würden.

Dann sag das doch so ;)
Meine Aussagen waren auch weniger auf dich bezogen als viel mehr auf eine generelle Gültigkeit.